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Dauerstress macht krank!

ADHS - will es nicht oder kann es nicht

ADHS - will es nicht oder kann es nicht

Wenn ein Kind Verhaltens- oder Lernprobleme hat, sich bei den Hausaufgaben verweigert, immer wieder zu spät kommt, überschießende und ungesteuert wirkende Reaktionen zeigt, Versprechungen nicht einlöst, chronisch vergesslich ist, sich nichts sagen lässt oder übermäßig unbeherrscht ist, so fragen wir uns automatisch: "Was will es uns damit sagen?" oder "Was will es mit diesem Verhalten bezwecken?"

Auf die Idee aber, dass ein Kind nicht will, sondern nicht kann, selbst wenn es will, kommen Eltern, Psychologen und Ärzte auch heute noch viel zu spät. Zu spät, weil das Selbstwertgefühl derjenigen Kinder, welche nicht können und nicht wollen, nach 5 oder 6 Jahren negativen Beziehungs-, Lern-, und Schulerfahrungen oftmals bereits elementar gestört ist.

Der bekannte amerikanische ADHS-Forscher Russell Barklay bezeichnete ADHS einmal treffend als "Entwicklungsstörung der Selbstbeherrschung". Eltern und Partner kennen diese Problematik bestens: Die Betroffenen können nicht warten, bis sie an der Reihe sind. In Gesprächen platzen sie mit Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist, sind schnell auf 120 und zwingen einen impulsiv-flüchtigen Arbeitsstil. Es will ihnen oft einfach nicht gelingen, ihr Verhalten und ihre Impulse situationsangemessen zu steuern. Es scheint manchmal beinahe so, als würde bei ADHS-Menschen ein Defekt der inneren Verhaltens- oder Gefühlsbremse vorliegen. Kinder und Erwachsene mit ADHS zeigen in Familie, Schule, Freizeit, Beziehung und Beruf eine ausgesprochene Intoleranz gegenüber reiz- und stimulationsarmen Situationen. Alles Regelmäßige, Monotone, Langweilige, Reizarme und sich Wiederholende ist für ADHS-Menschen ein Greuel. In solchen Situationen versagt die mentale und die verhaltensbezogene Selbstbeherrschung. Sobald "nichts mehr läuft", werden ADHS Menschen unruhig, zappelig und unkonzentriert. Auch Lernen gehört bekanntlich zu sich wiederholenden Handlungen. ADHS-Betroffene lernen entweder etwas sofort, wenn es neu, frisch und interessant ist oder gar nicht oder nur "auf den letzten Drücker" und mit maximalen Kraftaufwand. Wo immer möglich, versuchen ADHS-Betroffene, den durch Stimulationsmangel quälenden inneren Zustand zu umgehen. Sie klinken sich geistig aus, schalten ab, wechseln das Programm und suchen nicht selten das Weite. Eltern, Partner und Bezugspersonen sind dadurch häufig schwer belastet und am Rande der Verzweiflung.

Hier ist es wichtig, dass die Betroffenen konsequent, regelmäßig und langfristig angemessen behandelt und betreut werden. Ansonsten haben viele Betroffene auch im Erwachsenenalter noch Probleme. Bei 10% der ADHS- Kinder bleibt das Krankheitsbild später vollständig erhalten. 35% klagen über die Lebensqualität einschränkende Beschwerden. Bei den meisten verbleiben Restsymptome.

Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Methode. Sie sieht den Menschen in seiner Gesamtheit. Es werden hier sämtliche Eigenheiten und Symptome des Patienten festgehalten, wie z.B. Ängste, Schlafverhalten, Abneigungen, starke Nervosität und vieles mehr. Die Homöopathie behandelt nicht die Krankheit im näheren Sinne, sondern den Menschen selbst. In der Anamnese erkennt der Therapeut eine Vielzahl von Symptomen, die er nach einer ganz bestimmten Methode (Reportorisation) auswertet. Aus dieser Auswertung ergibt sich dann ein homöopathisches Mittel, das das Kind in "geordnete" Bahnen bringt. Mit der homöopathischen Behandlung sind fast immer Besserungen des Gesamtzustandes zu erreichen, wenn die Einnahme des Mittels konsequent nach den Anweisungen des Therapeuten eingehalten wird. Viele Kinder fühlen sich bei dieser Behandlung sehr wohl, da sie so sein können und dürfen, wie sie sind.

Sowohl die Erscheinungen (und Ausprägungen) der Symptome, als auch die Ursache der Verhaltensstörungen sind ja sehr facettenreich und vielschichtig. Eine erfolgversprechende, homöopathische Behandlung muss vor allem auch die Zusatzsymptome des ADHS wie etwa Angststörungen, Depressionen, oppositionelles Verhalten, Aggressivität, Entwicklungsstörungen und besonders auch die begleitenden Körpersymptome in Betracht ziehen. Auch die psychosozialen Faktoren, wie etwa die Eltern-Kind-Beziehung, Partnerkonflikte in der Familie, Frustrationen in der Schule, sind selbstverständlich mit einzubeziehen.

Eine homöopathische Behandlung erbringt in vielen Fällen eine Besserung der Verhaltens- und Konzentrationsprobleme bei ADHS, allerdings nur, wenn man das Kind oder den Jugendlichen im Sinne einer klassischen homöopathischen Konstitutionsbehandlung gründlich in all seinen Persönlichkeitseigenschaften analysiert. Die homöopathische Behandlung sollte zudem wirksam in ein multimodales Gesamtkonzept eingebettet sein. Dies schließt eine gründliche Vordiagnostik, psychotherapeutische Maßnahmen auf der Grundlage heilpraktischer, ganzheitlicher Psychotherapiemethoden, Elternschulungen, psychomotorisches Training etc. mit ein.

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Andrea Fuhrmann-Czermak
Heilpraktikerin für Psychotherapie- Mentaltrainerin- Unternehmenscoach
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